A A A
Familie Edner

Familie Edner

Eigentlich war die Rückkehr von Familie Edner nach Sachsen-Anhalt erst zum Ende dieses Jahres geplant.

Familie Edner

Schneller als geplant

Eigentlich war die Rückkehr von Familie Edner nach Sachsen-Anhalt erst zum Ende dieses Jahres geplant. Mit der Unterstützung von Fachkraft im Fokus und dem WelcomeCenter Sachsen-Anhalt konnte die dreiköpfige Familie bereits im Mai umziehen und kann nun das Weihnachtsfest entspannt in der neuen Heimat verbringen.

Vor vierzehn Jahren zogen Tina und Karsten Edner ins 700 Kilometer entfernte Freiburg im Breisgau. „Wir sind beide aus einem Dorf bei Köthen. Mein Mann war gerade mit der Ausbildung fertig, fand jedoch keinen adäquaten Job in unserer Heimat und ich keine Ausbildung nach dem Fachabitur. Wie viele andere haben wir nach Perspektiven in den alten Bundesländern gesucht“, erinnert sich Tina Edner. Ihr Mann findet problemlos einen Arbeitsplatz als Fachkraft der Glas- und Gebäudereinigung, weil es den Ausbildungsberuf in Baden-Württemberg kaum gibt. Tina Edner absolviert eine Ausbildung zur Erzieherin und findet auch schnell einen Job. Die beiden bauen sich im Breisgau eine neue Existenz auf, genießen die Ausflüge in die Berge rund um Freiburg und haben nicht nur in der Nachbarschaft viele Freunde.

Die Heimat Sachsen-Anhalt ist aber immer präsent, nicht nur während der Besuche in Köthen. Als dann im Juni 2018 ihr Sohn geboren wird, wächst der Wunsch nach der Rückkehr in die Heimat. Ein Grund ist die schlechte Betreuungssituation in Freiburg. „Die Öffnungszeiten der Kindergärten als auch die Kosten für die Betreuung machten es mir als Mutter unmöglich einer Arbeit, geschweige denn einem Vollzeitarbeitsplatz nachzugehen“. Ein weiterer wichtiger Grund ist die Familie. „Omas und Opas sollten zum Alltag unseres Kindes dazu gehören. Doch wenn man erst mindestens sieben Stunden mit dem Auto fahren muss, um sich zu sehen, ist das nicht möglich“.

Im Februar 2019 ist die Familie wieder einmal zu Besuch in Köthen. Eine Woche nach dem Urlaub ist die Entscheidung für die Rückkehr nach Sachsen-Anhalt gefallen. Sie redet mit ihrer Schwester über ihre Pläne. Die gibt ihr den Tipp, sich an das WelcomeCenter Sachsen-Anhalt zu wenden.  Tina Edner nimmt Kontakt zu Kerstin Mogdans vom WelcomeCenter Sachsen-Anhalt auf. „Wir haben Familie Edner vielfältig unterstützt. Zum einen haben wir an Frau Schellhas von der Beratung für Fachkräfte verwiesen, um Unterstützung bei der Jobsuche zu bekommen. Zum anderen erhielten sie von uns Informationen zum Kita-Portal, um einen Kindergartenplatz in Magdeburg zu finden als auch zum regionalen Wohnungsmarkt“, erklärt Kerstin Mogdans.

Tina und Karsten Edner gehen ihre Rückkehr Schritt für Schritt an. Erst muss jeder einen Job finden, dann kommt alles weitere. Regionalberaterin Cindy Schellhas hilft ihnen dabei, die angebotenen Stellen zu sondieren. „Aus der Ferne ist es unheimlich schwer zu erkennen, wo sich ein passender Arbeitgeber befindet als auch, ob es sich um einen Personaldienstleister handelt. Dabei hat uns Frau Schellhas sehr geholfen und uns auch mit offenen Stellenangeboten versorgt. Vor allem für meinen Mann war sie eine große Unterstützung. Das letzte Bewerbungsgespräch war viele Jahre her. In einem Telefoninterview hat sie mit ihm ein Bewerbungsgespräch geübt“. Karsten Edner erhält Tipps, worauf er sich vorbereiten muss und was im Gespräch zu beachten ist. Anfang April ist die Familie eine Woche in Magdeburg, absolviert erfolgreich Bewerbungsgespräche, schaut sich Wohnungen und Kindereinrichtungen an. Schon acht Wochen später ziehen sie in ihre neue alte Heimat.

Über die Stellenangebote von Cindy Schellhas haben beide einen Arbeitsplatz gefunden, der ihnen Spaß macht. „Ich fühle mich sehr wohl. Die Arbeit als Erzieherin in einem Kindergarten ist so vielfältig, bereichernd aber auch anstrengend und eigentlich nicht mit ein paar Worten zu beschreiben. Doch ich liebe meinen Job. Außerdem habe ich das große Glück, dass mein Sohn hier auch seinen Kindergartenplatz hat und ebenfalls absolut glücklich ist.“ Im Alltag ist die Familie nicht mehr weit. Die Schwester von Tina Edner wohnt nur fünf Minuten um die Ecke und Oma und Opa sind jederzeit zur Stelle, „wenn Termine anstehen oder unser Sohn krank ist. Die zehn gesetzlichen Krankheitstage sind bei einem kleinen Kind schnell aufgebraucht. Die Unterstützung der Großeltern als Berufstätige zu haben, ist da sehr viel wert“. 

Tina und Karsten Edner sind froh, den Schritt zurück gemacht zu haben, auch wenn die Entscheidung „ein wahnsinniger Spagat war. Sich im ländlichen badischen Raum ein Leben aufzubauen, anzukommen, braucht seine Zeit. Vierzehn Jahre hinterlassen ihre Spuren. Wir vermissen die Freunde vor Ort als auch die Berge rund um Freiburg.“ Um in Magdeburg weiter anzukommen, ist die Familie froh, dass es das „Forum für Zu(rück)gezogene“ der Landesinitiative Fachkraft im Fokus gibt. „Wir waren bei der Veranstaltung im November. Es war gut, sich mit anderen auszutauschen. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe gegründet, um uns zu verabreden. Beim nächsten Forum sind wir wieder dabei“.